Parfum richtig anwenden: Wissenswertes rund um Duft
Parfum begleitet uns im Alltag, kann Erinnerungen wecken und unterstreicht ganz individuell unseren persönlichen Stil. Doch warum riecht ein Duft auf jeder Haut etwas anders? Warum verändert sich ein Parfum nach dem Auftragen und weshalb scheint der Duft manchmal schneller zu verschwinden als erwartet? Rund um die richtige Anwendung, Duftentwicklung und Aufbewahrung gibt es einiges zu entdecken.

Wie trägt man Parfum richtig auf?
Parfum entfaltet sich am besten, wenn es direkt auf die Haut aufgesprüht wird. Besonders geeignet sind Stellen, an denen die Haut etwas wärmer ist, da Wärme die Duftentwicklung unterstützt.
Nach dem Aufsprühen sollte das Parfum möglichst in Ruhe trocknen. Ein kurzes Einwirkenlassen hilft dabei, dass sich die verschiedenen Duftnoten nach und nach entwickeln können.
Auch bei der Menge gilt: Weniger kann manchmal mehr sein. Ein Duft soll angenehm wahrnehmbar sein und nicht den gesamten Raum einnehmen.
Wo trägt man Parfum am besten auf?
Klassische Stellen für Parfum sind beispielsweise die Handgelenke, der Hals oder der Bereich hinter den Ohren. Auch die Armbeugen können sich eignen. Grundsätzlich sind warme Körperstellen interessant, weil sich der Duft dort häufig besonders schön entwickelt.
Gerade im Sommer sollte man bei Parfum auf sonnenexponierter Haut jedoch etwas vorsichtiger sein. Einige Duftstoffe können in Verbindung mit UV-Strahlung Hautreaktionen begünstigen. In manchen Fällen können dabei dunkle Verfärbungen der Haut entstehen, die längere Zeit sichtbar bleiben können.
Wer viel Zeit in der Sonne verbringt, kann Parfum deshalb besser auf Stellen auftragen, die nicht direkt der Sonne ausgesetzt sind, oder auf die Kleidung geben. Bei empfindlichen oder besonders hochwertigen Textilien sollte man dabei allerdings vorsichtig sein, da Parfum Spuren hinterlassen kann.
Welche Stelle am besten geeignet ist, hängt letztlich vom persönlichen Geschmack, vom jeweiligen Duft und von der Situation ab.
Warum riecht derselbe Duft bei mir anders als bei meiner Freundin?
Dass ein Parfum bei verschiedenen Menschen unterschiedlich riechen kann, ist vollkommen normal. Die Haut jedes Menschen ist individuell und kann beeinflussen, wie sich ein Duft entwickelt.
Hauttyp, Feuchtigkeit, Körpertemperatur und weitere individuelle Faktoren können dabei eine Rolle spielen. Auch die eigene Wahrnehmung beeinflusst den Eindruck eines Duftes.
Deshalb kann ein Parfum, das bei einer anderen Person frisch und leicht wirkt, auf der eigenen Haut beispielsweise wärmer, süsser oder intensiver erscheinen.
Genau deshalb lohnt es sich, einen Duft immer auf der eigenen Haut auszuprobieren und nicht nur danach zu beurteilen, wie er bei anderen riecht.
Warum hält mein Parfum nicht so lange?
Wie lange ein Parfum wahrnehmbar bleibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die Duftkonzentration, die verwendeten Duftstoffe, die Hautbeschaffenheit und die Umgebung.
Auch die Art der Duftkomposition spielt eine wichtige Rolle. Leichte, frische und zitrische Düfte können sich häufig schneller verflüchtigen als intensivere Kompositionen mit würzigen, holzigen, amberartigen oder gourmandigen Duftnoten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein frischer Duft grundsätzlich kurzlebig oder ein Gourmand-Duft automatisch besonders langanhaltend ist. Die gesamte Duftkomposition entscheidet.
Auf trockener Haut kann sich ein Duft beispielsweise schneller verflüchtigen. Eine gut gepflegte, leicht mit Feuchtigkeit versorgte Haut kann dazu beitragen, dass sich ein Duft länger angenehm entwickelt.
Auch die eigene Wahrnehmung spielt eine Rolle: Man gewöhnt sich nach einiger Zeit an einen Duft und nimmt ihn selbst weniger intensiv wahr, obwohl andere Menschen ihn weiterhin riechen können.
Wenn ein Duft auf der eigenen Haut schnell verschwindet, muss das daher nicht bedeuten, dass das Parfum minderwertig ist. Manchmal liegt es schlicht an der Duftart, der eigenen Haut oder daran, dass sich die Nase bereits an den Duft gewöhnt hat.
Warum verändert sich ein Duft nach dem Auftragen?
Ein Parfum riecht nicht unbedingt von der ersten bis zur letzten Minute gleich. Nach dem Auftragen entwickelt sich der Duft Schritt für Schritt.
Zu Beginn nimmt man häufig besonders leichte und flüchtige Duftbestandteile wahr. Nach und nach treten andere Bestandteile stärker in den Vordergrund, bevor sich schliesslich die länger anhaltenden Duftnoten entwickeln.
Diese Entwicklung ist ein wichtiger Teil des Parfumerlebnisses und macht einen Duft besonders interessant.

Was bedeuten Kopf-, Herz- und Basisnote?
Die Begriffe Kopf-, Herz- und Basisnote beschreiben vereinfacht die verschiedenen Phasen der Duftentwicklung.
Die Kopfnote wird meist direkt nach dem Aufsprühen wahrgenommen. Sie vermittelt den ersten Eindruck eines Parfums und besteht häufig aus leichteren, schnell verfliegenden Duftnoten.
Deshalb sollte man einen Duft nicht unbedingt direkt nach dem ersten Aufsprühen beurteilen. Es kann durchaus vorkommen, dass einem ein Parfum im ersten Moment gar nicht gefällt, sich nach einigen Minuten auf der Haut aber deutlich angenehmer und harmonischer entwickelt. Erst wenn sich die Kopfnote etwas gelegt hat, kommen nach und nach weitere Bestandteile der Duftkomposition stärker zum Vorschein.
Die Herznote entwickelt sich anschliessend und bildet gewissermassen den Charakter des Duftes. Sie bleibt länger wahrnehmbar als die Kopfnote und verbindet den ersten Eindruck mit der späteren Basis.
Die Basisnote bildet den länger anhaltenden Teil des Duftes. Häufig finden sich hier beispielsweise warme, holzige, cremige oder balsamische Duftnoten.
Auch die Zeit, die ein Parfum nach der Herstellung bereits gelagert wurde, kann bei manchen Duftkompositionen eine Rolle spielen. Duftstoffe und andere Bestandteile können sich während der Lagerung weiter miteinander verbinden, sodass sich der Charakter eines Duftes mit der Zeit leicht verändern kann. Deshalb kann ein Duft nach einer gewissen Lagerzeit manchmal runder oder harmonischer wirken als unmittelbar nach der Herstellung. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt jedoch von der jeweiligen Formulierung und den Lagerbedingungen ab.
Die drei Duftnoten sind dabei keine strikt voneinander getrennten Zeitabschnitte. Die Duftbestandteile gehen vielmehr ineinander über und entwickeln sich gemeinsam - genau das macht das Dufterlebnis so interessant.
Warum sollte man Parfum nicht unbedingt verreiben?
Ein häufiger Tipp lautet, Parfum nach dem Auftragen nicht kräftig zu verreiben. Besonders bekannt ist das Reiben der Handgelenke.
Beim Reiben wird das Parfum stärker verteilt und erwärmt. Dadurch können sich die flüchtigeren Duftbestandteile schneller verändern beziehungsweise verfliegen. Es ist daher sinnvoller, das Parfum einfach aufzusprühen und auf der Haut trocknen zu lassen.
Das bedeutet nicht, dass ein einmaliges Verreiben einen Duft „zerstört“. Es ist vielmehr eine einfache Möglichkeit, die Duftentwicklung möglichst ungestört ablaufen zu lassen.
Wie bewahrt man Parfum richtig auf?
Parfum fühlt sich an einem kühlen, trockenen und möglichst dunklen Ort am wohlsten. Direkte Sonneneinstrahlung, starke Wärme und grosse Temperaturschwankungen können die Duftzusammensetzung mit der Zeit beeinflussen.
Das Badezimmer ist deshalb nicht unbedingt der ideale Aufbewahrungsort, da dort häufig Wärme und Feuchtigkeit entstehen. Ein Schrank oder eine Schublade im Wohn oder Schlafzimmer ist meist besser geeignet.
Auch der Flakon sollte nach der Anwendung möglichst gut verschlossen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Eau de Parfum, Eau de Toilette & Co.?
Bezeichnungen wie Eau de Parfum (EdP), Eau de Toilette (EdT), Eau de Cologne (EdC) oder Extrait de Parfum geben Hinweise auf die Konzentration der Duftstoffe.
Vereinfacht gesagt liegt ein Eau de Cologne meist im niedrigeren Konzentrationsbereich und wirkt häufig besonders leicht und frisch. Ein Eau de Toilette ist in der Regel etwas konzentrierter, während ein Eau de Parfum meist eine höhere Duftstoffkonzentration aufweist. Extrait de Parfum, auch Parfum oder Parfum Extrait genannt, gehört häufig zu den stärker konzentrierten Varianten.
Die genauen Konzentrationsbereiche sind allerdings nicht weltweit einheitlich festgelegt. Auch die Haltbarkeit und Intensität lassen sich nicht allein anhand der Bezeichnung vorhersagen, da die verwendeten Duftstoffe und die gesamte Duftkomposition eine wichtige Rolle spielen.
Eine höhere Konzentration bedeutet daher nicht automatisch, dass ein Duft persönlich besser gefällt oder immer deutlich länger wahrnehmbar ist. Entscheidend ist letztlich die jeweilige Duftkomposition und wie sie sich auf der eigenen Haut entwickelt.
Wie viele Sprühstösse Parfum sind sinnvoll?
Eine feste Anzahl gibt es nicht. Wie viele Sprühstösse angenehm sind, hängt vom Duft, seiner Konzentration, der Umgebung und natürlich vom persönlichen Geschmack ab.
Bei einem intensiven Duft können bereits wenige Sprühstösse ausreichen, während ein leichter und frischer Duft etwas grosszügiger aufgetragen werden kann.
Auch der Anlass spielt eine Rolle. Im Büro oder in geschlossenen Räumen ist eine dezente Anwendung oft angenehmer als bei einem Abendessen oder einer Feier.
Am besten gilt daher: So viel, dass der Duft angenehm wahrnehmbar ist - aber nicht so viel, dass er andere überwältigt.
Zum Schluss
Parfum ist mehr als nur ein angenehmer Geruch. Jeder Duft entwickelt sich auf der Haut individuell und kann sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich das persönliche Dufterlebnis noch bewusster geniessen.
Und wer sich gerne durch verschiedene Duftwelten probiert, darf gespannt sein: Unsere Kollektion „Parfum - Duft-Inspirationen“ soll künftig nach und nach um eine kuratierte Auswahl weiterer alternativer Düfte und Parfums ergänzt werden.